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Kolumne: Mitten im Wandel – Die Bestattungsberatenden als Kuratoren

Windmühle

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen.

Diese chinesische Volksweisheit ist für mich ein wunderbares Bild für unsere Branche. Vom Wandel in der Bestattungskultur hören wir seit Jahren ununterbrochen, und wir erleben ihn tagtäglich.
Jüngste Studien bestätigen den grundlegend veränderten Umgang unserer Gesellschaft mit Bestattung und Trauer.

In dem Sammelband „Raum für Trauer – Erkenntnisse und Herausforderungen“ von 2019 kommen die Soziologen Thorsten Benkel und Matthias Meitzler zu dem Ergebnis, dass es die typische Bestattung inzwischen nicht mehr gibt, ebenso wenig den typischen Beisetzungsort oder die typische Trauerhandlung.

Und der Zukunftsforscher Matthias Horx beschreibt, wie verschiedene Lebensstile die Bestattungswünsche der Menschen heute prägen. Daraus resultiert seiner Erkenntnis nach, dass Bestatter mehr und mehr zu Kuratoren werden, die individuelle Begräbnisse achtsam inszenieren. 

Nun gibt es Kolleginnen und Kollegen, die sich dem Wandel mit aller Kraft entgegenstellen, die sich schwertun, die Veränderungen anzunehmen und ihre Arbeit darauf abzustimmen. Sie erkennen in dem Wandel eine Gefahr für unsere Bestattungskultur und möchten sie durch Schutzmauern vor Schaden bewahren.
Und dann gibt es Kolleginnen und Kollegen, die sich leichter tun mit dem, was sich gerade verändert, mit den gewandelten Bedürfnissen und Wünschen vorsorgender und trauernder Menschen. Manche haben sogar Freude an der neuen Vielfalt, den immer individueller werdenden Abschiedsfeiern und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Sie stellen ihre Mühlen in den Wind des Wandels und nutzen dessen Kraft, statt dagegen anzukämpfen. 

Ich glaube, wir können uns trauen, Windmühlen zu bauen, die Zeichen der Zeit zu verstehen und anzunehmen. Das Alte, das Bewährte und die Tradition gehen nicht verloren, doch Neues stellt sich daneben. Es hat die gleiche Berechtigung und die gleiche Wichtigkeit.

Wir haben die große Chance, als Gruppe innerhalb der Branche voranzuschreiten, moderne, kluge und menschliche Antworten auf die neuen Wünsche zu geben, als offene und geistreiche Begleitende an der Seite aller zu stehen, die unseren Rat suchen.

Meines Erachtens wird der Erfolg unserer Gruppe auch davon abhängen, dass uns das gut gelingt. Außerdem bin ich sicher, dass das unsere tägliche Arbeit noch interessanter und erfüllter machen wird.
 

Ein Beitrag von Barbara Rolf
Direktorin Bestattungskultur, Abteilungsleiterin Markt & Gesellschaft

[Foto: ©Olha Rohulya / AdobeStock.com]

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