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Kolumne: Weihnachten ohne dich – Kleine Gesten des Erinnerns und aneinander Denkens

Kolumne Weihnachten - Tannenzweig mit Schnee

Neulich fiel mir ein Artikel ins Auge, der mit „O du schreckliche“ überschrieben war. Der Autor berichtet darin, dass seine Mutter vor vielen Jahren an Weihnachten starb und er dieses Fest seither fürchtet.
Eine Freundin erzählte mir vor ein paar Tagen, dass sie regelrecht Angst vor den Weihnachtsfeiertagen hat, weil sie allein sein wird, nachdem ihr Mann sie verlassen hat. Ihre Kinder, Zwillinge, sind einst im Mutterleib verstorben. Auch das wird ihr in diesen Tagen immer besonders bewusst und schmerzt. Selbst noch nach Jahrzehnten.

Für Menschen in Trauer, für Menschen, die einsam sind, kann das „Fest der Liebe“ zu einer großen Herausforderung, ja, sogar zu einem Albtraum werden. 
Und auch Familien, die zwar beisammen sind, jedoch nicht mehr komplett, kämpfen bei Kerzenlicht und weihnachtlichen Klängen oft mit großem Heimweh und innerem Schmerz. 

Um dem zu begegnen und Ausdruck zu verleihen, haben sich im Laufe der Zeit Rituale entwickelt.
So wird etwa ein Zweig des Weihnachtsbaums umgeknickt als Symbol dafür, dass nicht alles wie sonst ist, dass jemand fehlt. 

Manche Familien besuchen das Grab an Heiligabend und entzünden dort eine Weihnachtskerze. 
Ein schönes verbindendes Zeichen ist auch, zwei identische Anhänger für den Christbaum zu besorgen, den einen zum Grab zu bringen, den anderen an den Baum zu Hause zu hängen. 
Die Lieblingsplätzchen oder das Lieblingsessen des oder der Verstorbenen kann zubereitet und in Gedenken verzehrt werden.

Wichtig ist, dass Trauernde jederzeit die Freiheit haben, Planungen über den Haufen zu werfen, wenn sie das Bedürfnis dazu haben. Sie sollten keine großen Verpflichtungen haben, die sie möglicherweise überfordern. Tränen sind erlaubt und sollten nicht als Zumutung verstanden werden, die den anderen das Fest verdirbt. 

Wenn Sie jemanden kennen, für den die bevorstehenden Feiertage schwierig werden, können Sie eine kleine Nachricht schicken, die ausdrückt, dass Sie an sie oder ihn denken. Auch ein Telefonat, ein offenes Ohr kann tröstlich und wohltuend sein. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, ist allemal besser, als sich aus Unsicherheit gar nicht zu melden. Denn so geht es vielen Menschen, was Einsamkeit und Isolation Trauernder immer größer macht. 
Vielleicht kann jede und jeder von uns ein wenig dazu beitragen, dass das Weihnachtsfest zu allen Menschen etwas Wärme, Licht und Liebe bringt.
 

Ein Beitrag von Barbara Rolf
Direktorin Bestattungskultur, Abteilungsleiterin Markt & Gesellschaft

[Foto: Subbotina Anna / AdobeStock.com]

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