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Digitaler Nachlass

Was passiert nach dem Tod mit unseren digitalen Spuren?

Immer mehr Menschen sind im Internet unterwegs: Wir shoppen im Web, verwalten unser Bankkonto online, kommunizieren über soziale Netzwerke und tauschen uns auf Portalen aus. Dabei hinterlassen wir immer mehr digitale Spuren, ohne eigentlich zu wissen, was nach dem Tod mit all diesen Daten passiert oder welche Rechte die Erben in Bezug auf den digitalen Nachlass haben.

Dieses Thema beschäftigt derzeit den Bundesgerichtshof, der am 21.06.2018 den „Zugang von Erben auf das Konto eines verstorbenen Nutzers“ verhandelt. Das Urteil wird für den 12. Juli 2018 erwartet. Vorausgegangen war die Klage einer Mutter, die nach dem Tod ihrer Tochter Zugriff auf das Facebook-Konto der Verstorbenen haben wollte. Das lehnte der Anbieter, unter Berufung auf das Fernmeldegeheimnis, aber ab.

Digitalen Nachlas regeln

Das digitale Erbe spielt eine immer größere Rolle in den Beratungsgesprächen der Bestattungsinstitute der Ahorn Gruppe. Die Berliner Bestattungsberaterin von Grieneisen Bestattungen Juliane Mielau berichtet dem Deutschlandfunk im Interview (ab Minute 14:00) von ihrer Arbeit. Unterstützt durch ein Programm vom IT-Dienstleister Columba kann die Bestatterin bestehende Verträge sowie Online- und Nutzerkonten von Verstorbenen ermitteln und, je nach Wunsch der Erben, Verträge kündigen oder übertragen. Während die Menschen, die jetzt alt sind und an ihr Lebensende kommen, nur selten und eher wenige Onlinekoten haben, sieht es bei den nachfolgenden Generationen ganz anders aus.

Oftmals wissen die Angehörigen gar nicht, was der oder die Verstorbene im Internet so gemacht hat. „Wenn wir dann aber sagen, dass das gar nicht so wichtig, so entscheidend ist, sondern dass wir selbst ohne E-Mail-Adresse des oder der Verstorbenen anfangen können zu forschen, dann ist das einfach eine ganz tolle Sache für die Angehörigen. Wenn der digitale Nachlass geregelt ist, können sie irgendwann auch leichter abschließen und sagen, jetzt ist alles erledigt. Dann können sie wieder zur Ruhe kommen," so Juliane Mielau.


Den gesamten Beitrag im Deutschlandfunk finden Sie über diesen Link.

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