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Mit "Todesgruß" auf die Strafbank

Grieneisen Bestattungen Werbeaktion bei den Eisbären Berlin

Eine Werbeaktion von Grieneisen Bestattungen weckt das Interesse von BILD

"Einmal muss jeder gehen" (Die Toten Hosen) erklingt, wenn ein gegnerischer Spieler auf die Strafbank muss. Viele Eisbären-Fans singen lauthals mit. Dazu erscheint die Werbung von Grieneisen Bestattungen.
Nun hat es diese Kooperation tatsächlich bis in die BILD-Zeitung geschafft.
"Geschmacklos oder witzig?", fragt Autor Jörg Lubrich und meint, man dürfe nicht zartbesaitet sein, wenn man zu den Eisbären nach Berlin muss.

Hier der Link zum BILD-Artikel

Und hier unsere Gedanken dazu:

Dass jede Werbung Geschmackssache ist, steht außer Frage. Was der Eine genial findet, lässt den Anderen verständnislos mit dem Kopf schütteln. Worüber die Eine lachen kann, findet die Andere abstoßend. Ein und dieselbe Aktion wird sowohl passend als auch unpassend empfunden.
Wenn Bestatter werben, gilt das noch viel mehr.
Die immer wieder anzutreffende Inkompetenz, mit Tod und Trauer normal und natürlich umzugehen, zeigt sich auch hier. Für Menschen, die unsere Sterblichkeit verdrängen und tabuisieren, ist allein das Sprechen darüber oder ein Hinweis darauf eine Zumutung.
 
Mit Freude beobachten wir, dass die Gesellschaft wieder kompetenter wird im Umgang damit. Dass sie sich unserer Endlichkeit wieder bewusst wird, sich damit versöhnt, ja, sich aktiv damit auseinandersetzt. Weil auch die letzten Dinge des Lebens zum Leben gehören, weil sie wichtig sind.
Wir trauen den Menschen zu, mit dem Gedanken an den Tod konfrontiert zu werden, ein Augenzwinkern richtig zu verstehen, auch in Feierlaune daran erinnert zu werden, dass einmal jeder gehen muss - nicht nur auf die Strafbank, sondern auch aus diesem Leben.
Diese Tatsache ist so natürlich und banal, dass man darüber sprechen kann.
Und sie ist so ernst und bedeutungsvoll, dass man darüber sprechen muss.
 
Wir wurden gefragt, ob so eine Werbekampagne nicht schlimm sei für Menschen im Stadion, die gerade einen Todesfall haben.
Wir wissen, dass die meisten Trauernden sehr wohl in der Lage sind, an ihren Verlust erinnert zu werden, mit ihrem Schmerz umzugehen, für sich Sorge zu tragen. Wir wissen, dass es viele nicht mögen, mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Dass man auf leisen Sohlen um sie herumschleicht, krampfhaft bemüht, nur nicht über den Verstorbenen zu sprechen. Menschen verlieren durch einen Trauerfall weder ihr Urteilsvermögen, noch ihre Stärke, noch ihren Humor.
 
Die Entmündigung Trauernder in unserer Gesellschaft – die zweifellos gut gemeint ist –, ist unfair.
Die Entmündigung der Gesellschaft, der man nicht zutraut, dem Tod ins Auge zu sehen, ist ebenfalls unfair.
Außerdem ist das Totschweigen des Todes einer klugen Auseinandersetzung mit dem Leben abträglich.
Wir wollen dem begegnen, auch durch Werbeaktionen wie dieser.
Wir wollen unseren Beitrag leisten zur Enttabuisierung und zum Abbau von Berührungsängsten.
Damit Sterben, Tod und Bestattung wieder dahin kommen, wo sie hingehören - mitten ins Leben.

Wir möchten wissen, wie die Menschen diese Werbeaktion finden und haben über Facebook nachgefragt. Die Umfrage läuft vom 23. bis 24. Januar 2020 und kann über diesen Link abgerufen werden.

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