Bestattungen

Es gibt viele Bestattungsformen: Von der Erdbestattung oder Urnenbeisetzung über die Seebestattung bis hin zur Diamantbestattung.


Gesetzliche Regelungen, Bestattungsarten und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Beerdigung zu organisieren und eine Bestattung zu gestalten. Dabei wird zunächst einmal zwischen Bestattungsarten und Bestattungsformen unterschieden. Bei der Bestattungsart gibt es die Wahl zwischen der Erdbestattung und der Feuerbestattung.

Wir möchten Ihnen Informationen an die Hand geben, die Ihnen eine erste Orientierung geben können, wenn Sie einen Trauerfall haben oder sich unabhängig davon mit Bestattungen befassen wollen. Da es unmöglich ist, sämtliche Aspekte dieses sehr weiten Feldes und alle Wege, auf individuelle Wünsche einzugehen, aufzuzeigen, können diese Inhalte ein persönliches Beratungsgespräch in der Regel nicht ersetzen. Melden Sie sich daher gerne, wenn Sie etwas genauer wissen oder einen Beratungstermin vereinbaren möchten.

Bestattungsformen und Grabarten

Feuer, Erde, Wasser, Luft …

Es ist noch nicht lange her, da gab es deutlich mehr Erdbestattungen als Feuerbestattungen, die Beisetzung auf dem örtlichen Friedhof war so gut wie selbstverständlich, eine Seebestattung die selten gewünschte Ausnahme von dieser Regel. Heute finden mehr Feuerbestattungen als Erdbestattungen statt, und aus unterschiedlichsten Bestattungsformen können Menschen die für sie richtige wählen.

Bei der Planung einer Beerdigung steht zu Beginn die Grundentscheidung, ob eine Erdbestattung oder eine Feuerbestattung durchgeführt werden soll. Die meisten Menschen haben sich zu Lebzeiten zu dieser Frage geäußert, so dass man sich am Willen der oder des Verstorbenen orientieren kann. Voraussetzung für die meisten alternativen Bestattungsformen ist eine Feuerbestattung.

Ablauf von Erd- und Feuerbestattungen

Eine Erdbestattung hat meist diesen Ablauf: Trauerfeier am Sarg, Grabgang, Grablegung, Abschied am Grab.
Bei Feuerbestattungen haben sich zwei unterschiedliche Feiergestalten entwickelt:

  1. Trauerfeier am Sarg, Einäscherung des Leichnams im Sarg, Beisetzung der Urne.
  2. Einäscherung des Leichnams im Sarg, Trauerfeier an der Urne, Grabgang, Grablegung der Urne, Abschied am Grab.

Erdbestattung wie Urnenbeisetzung können auch ohne Trauerfeier stattfinden, mit Gestaltung direkt am Grab oder auch ganz in Stille.

Grabstelle

In Deutschland müssen Särge und Urnen noch auf einem öffentlichen Bestattungsplatz beigesetzt werden. Die einzelnen Bundesländer regeln diese Pflicht durch Gesetze und Verordnungen näher.

Es gelten Mindestruhefristen für Särge und Urnen; auch diese variieren in den einzelnen Bundesländern. Schließlich legen die Gemeinden und Friedhofsträger die Ruhezeiten, die für ihre Bestattungsplätze gelten, fest. Hier werden unter anderem geologische Bedingungen berücksichtigt. Wer eine Grabstelle erwirbt, erhält im Regelfall automatisch das sogenannte Grabnutzungsrecht. Der beziehungsweise die Nutzungsberechtigte entscheidet über weitere Beisetzungen, Gestaltung, Verlängerung und Auflösung des Grabes und ist Ansprechpartner/in für die Friedhofsverwaltung.

Grabarten und Bestattungsmöglichkeiten

Im Folgenden möchten wir Ihnen verschiedene Grabarten und Bestattungsmöglichkeiten vorstellen.

Bei der Entscheidung für etwas und damit gegen anderes sollten Sie Verschiedenes berücksichtigen:

  • Wünsche des verstorbenen Menschen
  • Bedürfnisse der trauernden Angehörigen
  • Entfernung, Erreichbarkeit und Zugänglichkeit des Grabplatzes (auch dann noch, wenn Sie älter und vielleicht nicht mehr so mobil sind)
  • Finanzielle Möglichkeiten (auch im Hinblick auf die Folgekosten, die bei manchen Bestattungsformen entstehen)

Grabarten auf Friedhöfen für Erdbestattungen

Erdwahlgrab

Ein Sarg kann in einem Erdwahlgrab beigesetzt werden. Ein solches Grab darf nach Ablauf der Ruhezeit verlängert werden. Auch kann eine weitere Bestattung (Sarg oder Urne) in diesem Grab erfolgen, mancherorts auch mehr als zwei, so dass ein Familiengrab entstehen kann.
Im Falle einer Folgebestattung ist eventuell ein Nachkauf, also eine Verlängerung des Grabnutzungsrechts notwendig.

Erdreihengrab oder auch Erdeinzelgrab

Die Beisetzung eines Sarges in einem Erdreihengrab beziehungsweise Erdeinzelgrab ist sinnvoll, wenn später keine Grabverlängerung gewünscht wird und keine Folgebestattung durchgeführt werden soll. Ein solches Grab fällt nach Ablauf der Ruhezeit an den Friedhofsträger zurück.
Sehr selten und nur auf alten Friedhöfen gibt es noch gemauerte Gruften unter der Erde oder Mausoleen, prächtige Grabbauten über der Erde, in denen Sargbestattungen durchgeführt werden können.

Gemeinschaftsgrabfelder

Immer mehr Gemeinden legen Gemeinschaftsgrabfelder an, in denen Erdbestattungen durchgeführt werden können. Grabpflege und Namensnennung auf Einzel- oder Gemeinschaftsstein sind in der Erwerbsgebühr enthalten, so dass Pflegeverpflichtung und Folgekosten entfallen.

Anonyme Erdbestattungsgräber

Für Menschen, die nicht eingeäschert werden möchten, sich aber dennoch eine Bestattung in Stille und ein namenloses Grab wünschen, bieten manche Gemeinden inzwischen anonyme Erdbestattungsgräber an.

Grabarten auf Friedhöfen für Feuerbestattungen

Urnenwahlgrab

Eine Urne kann in einem Urnenwahlgrab beigesetzt werden. Ein solches Grab darf nach Ablauf der Ruhezeit verlängert werden. Auch kann eine weitere Urnenbestattung in diesem Grab erfolgen, mancherorts auch mehr als zwei, so dass ein Familienurnengrab entstehen kann.
Im Falle einer Folgebestattung ist eventuell ein Nachkauf, also eine Verlängerung des Grabnutzungsrechts notwendig.

Urnenreihengrab oder auch Urneneinzelgrab

Die Beisetzung einer Urne in einem Urnenreihengrab beziehungsweise Urneneinzelgrab ist sinnvoll, wenn später keine Grabverlängerung gewünscht wird und keine Folgebestattung durchgeführt werden soll. Ein solches Grab fällt nach Ablauf der Ruhezeit an den Friedhofsträger zurück.

Gemeinschaftsgrabfelder und Urnenhaine

Immer mehr Gemeinden legen Gemeinschaftsgrabfelder oder Urnenhaine an, in denen Urnenbeisetzungen durchgeführt werden können. Grabpflege und Namensnennung auf Einzel- oder Gemeinschaftsstein sind in der Erwerbsgebühr enthalten, so dass Pflegeverpflichtung und Folgekosten entfallen.

Kolumbarium und Urnenstele

In einem Kolumbarium (Urnenwand, Urnenmauer) oder in einer Urnenstele gibt es Nischen für die Beisetzung einzelner oder mehrerer Urnen. Sie werden mit einer Platte (meist aus Stein, selten aus Metall) verschlossen, die beschriftet und oftmals auch individuell gestaltet werden kann. Die Grabpflege entfällt. Viele Gemeinden bieten vor Kolumbarien Ablageflächen für Blumen und anderen Grabschmuck an. Wird ein solches Grab aufgelöst, wird die Urne in der Regel ins anonyme Urnengrab übertragen und damit der Erde übergeben.

Baumgrab

Auf vielen Friedhöfen werden heute Urnenbeisetzungen in Baumgräbern angeboten. Die Urne wird am Fuße eines Baumes bestattet, der Name des verstorbenen Menschen meist mittels eines Schildes am Baumstamm angebracht. Das Areal bleibt naturbelassen, eine individuelle Grabgestaltung ist nicht möglich. Baumgräber sind in manchen Gemeinden Wahlgrabstätten, die verlängert und in denen weitere Urnen der Familie beigesetzt werden können. Andere Gemeinden bieten Baumbestattungen ausschließlich in Reihengräbern beziehungsweise Einzelgräbern an.

Urnenrasengrab

Urnenrasengräber werden nach der Urnenbeisetzung mit einem überfahrbaren Kissenstein geschmückt, der individuell gewählt und gestaltet werden kann. Die Rasenfläche wird vom Friedhofsträger gepflegt, was in der Graberwerbsgebühr enthalten ist. Blumen und anderer Grabschmuck dürfen nicht niedergelegt werden.

Anonymes Grab

Der Beisetzung einer Urne in einem anonymen Grab, das meist aus einer Rasenfläche besteht, dürfen Angehörige vielerorts nicht beiwohnen, so dass die genaue Bestattungsstelle unbekannt bleibt. Nur wenige Friedhofsträger handhaben das anders und lassen Trauergäste an der Urnenbeisetzung teilnehmen. Eine namentliche Nennung der hier bestatteten Verstorbenen entfällt. Grabpflege und Grabgestaltung durch die trauernden Angehörigen ist nicht möglich, allerdings ist an vielen anonymen Grabfeldern ein Ort ausgewiesen, an dem Blumen und anderer Grabschmuck niedergelegt werden können. Eine anonyme Bestattung kann in der Regel nicht rückgängig gemacht werden und sollte daher gründlich überlegt werden.

Verstreuung der Asche

In Deutschland bieten bislang sehr wenige Friedhöfe die Verstreuung der Asche auf einem dafür vorgesehenen Feld an.

Alternative Grab- und Beisetzungsformen für Feuerbestattungen

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige alternative Bestattungsorte und -formen für Urnen und Aschen vor. Von einer umfassenden Zusammenstellung sehen wir ab, da das Angebot in den letzten Jahren schier unüberschaubar geworden ist und auch immer weiter wächst.

Seebestattung

Seit Januar 2018 gehört auch eine Seebestattungsreederei, die Seebestattungsreederei Hohe Düne zu unserer Gruppe. Mit der MS Undine werden Seebestattungen in der Ostsee durchgeführt, vor Rostock-Warnemünde. Natürlich arbeiten wir auch mit anderen Reedereien zusammen. Seebestattungen können auch in der Nordsee und in nahezu allen Meeren der Welt erfolgen. Dies kann mit und ohne Begleitung Angehöriger stattfinden. Nach der Beisetzung erhält die Familie eine Seekarte, in der verzeichnet ist, an welcher Stelle die Urne dem Meer übergeben wurde.

Baumbestattung

FriedWald – Baumbestattungen

Die FriedWald GmbH bietet an inzwischen über 60 Standorten in Deutschland Urnenbestattungen in biologisch abbaubaren Urnen mitten im Wald an den Wurzeln eines Baumes an. Jeder FriedWald-Baum steht bis zu zehn Personen als letzte Ruhestätte zur Verfügung. Die Baumauswahl, die auch trauerfallunabhängig, also vorsorglich erfolgen kann, treffen Angehörige in Begleitung einer Försterin oder eines Försters. Auf Wunsch werden Name und Lebensdaten der Verstorbenen mittels eines Schildes am Baum angebracht. Trauernde haben einen Ort, den sie aufsuchen können, doch die Grabpflege übernimmt die Natur.

RuheForst – Baumbestattungen

In über 60 naturbelassenen Waldbeständen bietet die RuheForst GmbH Baumbestattungen in RuheBiotopen an. In einem Biotop können bis zu zwölf Urnen beigesetzt werden, die biologisch abbaubar sein müssen. Die Baumauswahl, die auch trauerfallunabhängig, also vorsorglich erfolgen kann, treffen Angehörige in Begleitung einer Försterin oder eines Försters. Auf Wunsch werden Name und Lebensdaten der Verstorbenen mittels eines Schildes am Baum angebracht. Trauernde haben einen Ort, den sie aufsuchen können, doch die Grabpflege übernimmt die Natur.

Tree of Life – Baumbestattungen

Bei Tree of Life (Baum des Lebens) Baumbestattungen wird die Asche durch die Wurzeln eines Baumes aufgenommen. Die Beisetzung muss noch in Spezialunternehmen in Ländern, in denen es keine Beisetzungspflicht für Urnen gibt, zum Beispiel der Schweiz, der Tschechischen Republik oder den Niederlanden, durchgeführt werden. Nach Trauerfeier und Feuerbestattung in Deutschland wird die Urne an ein solches Unternehmen im Ausland übergeben. Dort wird die Asche schrittweise in ein Vitalerde-Substratgemisch gegeben, in das dann der vorher ausgewählte Wunschbaum gepflanzt wird. Nach einer langen Durchwurzelungszeit, in der der Baum die Nährstoffe aus der Asche absorbiert, ist er pflanzfertig und wird durch das Bestattungsunternehmen zusammen mit den Beisetzungsdokumenten an die Angehörigen übergeben, die ihn an einem Ort ihrer Wahl einpflanzen können.

Oase der Ewigkeit – Naturbestattungen

Dietmar Kapelle bietet in der beziehungsweise über die Schweiz verschiedene Naturbestattungen an. Über die Oase der Ewigkeit kann die Asche eines Menschen auf einer Almwiese, in einem Bergbach, an einem Felsen, am See oder am Fuße eines Baumes beigesetzt werden. Ebenso kann sie in die Luft gestreut und dem Wind übergeben werden. In all diese Beisetzungsrituale können Angehörige nach Wunsch einbezogen werden.

Weitere alternative Bestattungsformen

Aqua Omega – Seebestattung

Auch über das Seebestattungsinstitut Aqua Omega können wir Angehörigen verschiedene alternative Bestattungsarten anbieten, Seebestattung oder Flugbestattung, Flussbestattung oder Baumbestattung, Luftbestattung oder Waldbestattung. Da das Unternehmen seinen Sitz in Haarlem (Niederlande) hat, gibt es einen bestattungsrechtlich größeren Freiraum, was den Umgang mit der Asche Verstorbener angeht.

Algordanza – Diamantbestattung

Die Schweizer Firma Algordanza hat ein aufwendiges Verfahren entwickelt, durch das die Asche eines Verstorbenen in einen individuellen Diamanten umgewandelt werden kann. Dafür kann die gesamte Asche verwendet werden, ebenso nur ein Teil davon. Es ist möglich, mehrere Erinnerungssteine anzufertigen, wenn die trauernden Angehörigen dies wünschen. Die Farbe der Diamanten variiert zwischen weiß und dunkelblau, je nach der chemischen Zusammensetzung der Asche. Die Diamanten können roh, ebenso in verschiedenen Schliffen und mit Gravur übergeben werden.

Mensch-Tier-Bestattungen

„Unser Hafen“ ermöglicht die in Deutschland noch unübliche Bestattung von Menschen und Tieren in einer gemeinsamen Urnengrabstätte. Derzeit gibt es Standorte in Braubach bei Koblenz und in Essen. Es können, im Trauerfall oder auch schon im Rahmen einer Bestattungsvorsorge, Freundschaftsgräber und Familiengräber erworben werden.

Luftbestattung

Eine Form der Luftbestattung bietet unter anderem das Unternehmen Luftbestattungen Rastatt an, das die Asche Verstorbener im Rahmen einer Fahrt mit dem Heißluftballon über dem Elsass (Frankreich) in den Wind streut. Angehörige können die Beisetzungsfahrt begleiten. Die genauen Koordinaten des Beisetzungsortes werden auf einer Karte vermerkt, die den Angehörigen übergeben wird. Luftbestattungen werden auch mit Flugzeugen und Helikoptern durchgeführt.

Sphärenbestattung

Bei der Sphärenbestattung wird die Asche Verstorbener in die äußersten Schichten der Stratosphäre gestreut. Ein mit Helium gefüllter Ballon bringt die Spezialurne in eine Höhe von 30 Kilometern, wo sie sich öffnet und die Asche allmählich verteilt. Solche Ballonstarts werden unter anderem in der Schweiz und in Spanien durchgeführt.

Weltallbestattung

Für eine Weltallbestattung wird ein kleiner Teil der Asche in eine spezielle Kapsel gefüllt, die mit einer Rakete in den Weltraum verbracht wird. Solche Raketenstarts sind sehr selten. Auf wetterbedingte Verzögerungen und Komplikationen sollte man sich außerdem einstellen.

Beisetzungszwang

Der Beisetzungszwang hierzulande, den in dieser Form nur Deutschland kennt, gestattet es nicht, die Asche Verstorbener zur freien Verfügung zu erhalten. Obschon der Wunsch immer wieder geäußert wird, und ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger für eine Aufhebung des Beisetzungszwangs für Urnen plädiert, damit die Asche Verstorbener in einer Urne zu Hause aufbewahrt, auf dem eigenen Grundstück beigesetzt oder die Asche an einem Ort der eigenen Wahl verstreut werden kann. Bremen hat den Beisetzungszwang als erstes und bislang einziges Bundesland aufgehoben (Bestattungsgesetzgebung ist Ländersache). Immer mehr Bestattungsinstitute und andere Bestattungsdienstleister suchen und finden Wege, auch sehr individuelle und unkonventionelle Wünsche Vorsorgender und Trauernder zu erfüllen.

Zu weiteren Details und den Kosten der verschiedenen Bestattungsarten und Grabarten geben wir Ihnen gerne telefonisch, per E-Mail oder in einem persönlichen Gespräch Auskunft.