Weltreligionen

Sterben, Tod und Trauer in den Weltreligionen

Unsere Welt wird „kleiner“, die Menschheit rückt zusammen, längst leben Menschen unterschiedlicher Herkunft, Gesellschaften und Religionen selbstverständlich zusammen. Schon vor Jahren haben wir begonnen, auf diese Entwicklung zu reagieren und beschäftigen uns intensiv mit Bestattungskultur, Traditionen und Trauerzeremonien verschiedener Religionen und Weltanschauungen. Denn was ein Mensch (nicht) glaubt, hat in aller Regel unmittelbare Auswirkungen auf Gestaltung und Inhalte einer Beerdigung. Wie gehen die unterschiedlichen Gesellschaften und Religionsgemeinschaften mit einem Trauerfall​​​​​​​ um? Gibt es besondere Bestattungsrituale und Trauerfeiern?

Eines hat sich sehr schnell gezeigt: Neben den fünf großen Weltreligionen - Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus – gibt es unzählige weitere Formen. Innerhalb einer Religion gibt es wiederum viele Traditionen, die sehr unterschiedlich sein können. Außerdem entwickelt jeder einzelne Mensch seine eigene Haltung zu Fragen der Religion, Spiritualität und Weltanschauung. Das macht eine umfassende Darstellung vom Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in den Religionen der Welt unmöglich. Dennoch ist es uns wichtig, hier nach und nach Informationen zusammenzutragen und zu teilen, die sich mit dem Themenfeld Religion befassen.
 

Bild von Christentum

Christentum

Das aus dem Judentum hervorgegangene Christentum ist die größte Weltreligion. Dem Christentum gehören mehr als zwei Milliarden gläubige Menschen (Christen) an. Christen glauben an Jesus von Nazareth, Christus, den Gesalbten Gottes, an seinen Tod und die Auferstehung. In seinen Worten und Taten sehen Christen die Grundlage für das eigene Handeln. Zu den verschiedenen Glaubensrichtungen beziehungsweise Kirchen des Christentums zählen: die katholische Kirche, die orthodoxe Kirche, die protestantische Kirche sowie viele Gemeinschaften, Kirchen und Gemeinden mit christlichen Konfessionen wie z. B. die Anglikanische Kirche.

Judentum

Im Jahr 1.800 v. Chr. ist das Judentum in Israel entstanden und ist damit die älteste Religion, die an nur einen Gott glaubt. Wichtigstes geistiges Werk der Juden ist die Tora, die in fünf Büchern die Geschichte des Volkes Israels erzählt. Juden glauben an ein Leben im Jenseits. Im Judentum wird zwischen verschiedenen Strömungen unterschieden: aschkenasischem und sephardischem Judentum. Mit dem Durchbruch der jüdischen Aufklärung (ab 1831) gibt es die zusätzlich Unterteilung in Reformjudentum, konservatives und orthodoxes Judentum mit verschiedenen Strömungen.

Bild von Judentum
Bild von Islam

Islam

Der Islam ist jüngste der fünf Weltreligionen, die ca. 610 n. Chr. In Mekka entstanden ist. Weltweit leben mehr als 1,2 Milliarden Muslime, womit der Islam die zweitgrößte Religion nach dem Christentum ist. Auch der Islam ist geprägt durch verschiedene Glaubensrichtungen. Die zwei größten, Sunniten und Schiiten. Muslime glauben an die Botschaften Gottes und somit die Offenbarungen, Suren, des Propheten Mohammed, der 570 – 632 n. Chr. in Mekka und Medina, den heutigen Pilgerorten, lebte.

Buddhismus

Der Buddhismus ist Religion und Lehrtradition zugleich. Er erklärt die Weltzusammenhänge und glaubt nicht an einen Gott. Diese Glaubensform steht jedem Menschen offen und gründet sich auf die Erkenntnis, dass alles vergeht. Die Anhänger dieser Religion, Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Buddhas Siddhartha Gautama, der um 550 v. Chr. in Indien lebte. Heute ist der Buddhismus vorwiegend in China, Thailand, Kambodscha, Korea und Japan verbreitet. Weltweit gibt es zwischen 230 und 500 Millionen Anhänger des Buddhismus.

Bild von Buddhismus
Bild von Hinduismus

Hinduismus

Im Hinduismus sind verschiedene religiöse Strömungen verschmolzen. Die Entstehung wird auf 1.200 v. Chr. in Indien datiert und ist heute hauptsächlich in Indien und Südostasien verbreitet. Nach Vorstellungen des hinduistischen Glaubens besteht der Mensch aus den fünf Elementen Feuer, Wasser, Luft, Erde und Raum. Der Tod und das Leben bilden einen Kreislauf. Nach dem Tod wird das Selbst (Atman) in einem anderem Körper wieder geboren. Das Karma, das sich aus positiven und negativen Handlungen zusammensetzt, ist dafür entscheidend, in welcher Gestalt ein Hindu wiedergeboren wird. Mit rund einer Milliarde Anhängern ist der Hinduismus die drittgrößte Weltreligion.

Wir begegnen den Religionen und Weltanschauungen der Menschen mit Respekt sowie mit Offenheit und schenken den jeweiligen Bestattungsformen und Trauerritualen besondere Beachtung.

 

Weitere Informationen zu den Weltreligionen finden Sie auf unserer Internetseite Tod und Glaube.