Unter dem Titel „Bis hierher – und weiter“ haben Studierende des Bachelor-Studiengangs Kommunikationsdesign der HTW Berlin ihre Semesterprojekte zum Thema Abschied und Trauer, Friedhofskultur sowie Vorsorge für den Todesfall im Berliner ahorn Space (link) ausgestellt. Sie widmeten sich unter der Leitung von Prof. Birgit Bauer der Frage, wie eine innovative Herangehensweise an Sterbevorsorge aussehen könnte. Konkret gesagt: Wie kann Design helfen, einen Dialog über Tod, Vorsorge und Bestattung zu eröffnen?
Das Projekt entstand in Kooperation mit dem ahorn Space und in enger Zusammenarbeit mit Dominik Kleinen und Stephan Hadraschek von Grieneisen Bestattungen.
Wenn Design zum Austausch über Abschied einlädt
Als Ergebnis dieser gemeinsamen Auseinandersetzung wurden den Besucherinnen und Besuchern verständlich aufbereitete Informationen, erzählerische Formate und innovative Konzeptideen für neue Angebote im Bestattungsbereich präsentiert. Während manche Projekte sich stärker auf die emotionale Vorbereitung und die Community konzentrieren, richten andere den Fokus vor allem darauf, die formalen Abläufe der Vorsorge klar und übersichtlich zu gestalten.
So entwickelten beispielsweise zwei Studierende eine App, die mit ihrer bemerkenswert intuitiven Nutzung die Planung der eigenen Trauerfeier und Bestattung zugänglicher macht. „Easy Funeral“ ist sowohl konzeptionell als auch emotional beeindruckend, gut durchdacht und in diesem Umfang noch nicht auf dem deutschen Markt zu finden.
Zwischen Bürokratie, Gestaltung und Lebensende
Das Ergebnis der Gruppe „YODO“ fand besondere Beachtung: Sie haben sich der Herausforderung gestellt, die deutsche Vorsorgebürokratie in einen ästhetisch gestalteten Kalender zu überführen. Dieser bietet die Möglichkeit, sich über einen gesamten Jahresverlauf hinweg mit allen wichtigen rechtlichen Punkten rund um die eigene Bestattung auseinanderzusetzen. Dabei steht der niedrigschwellige Zugang zur Thematik im Mittelpunkt und die kleinen „Vorsorge-Happen“ verringern die Überwindung, sich mit dem eigenen Tod zu befassen.
Die Arbeiten waren vom 20. bis 25. Februar 2026 im ahorn Space zu sehen und zeigten, wie Design ein gesellschaftlich sensibles Thema dialogfähig machen kann: mittels zugänglicher Bildsprache, haptisch erfahrbarer Materialität und interaktiven Formaten eröffnete die Ausstellung im ahorn Space einen Raum, der nicht abschreckt, sondern einlädt, über das Lebensende zu sprechen, bevor es eintritt.
Abbildungen ©Leona Goldstein