„Es ist und bleibt ein Mensch“ – Ein Film zeigt die Haltung hinter der Arbeit der Bestattungsschmiede Stuttgart

Seit Juli 2020 ist das Datenschutzabkommen zwischen der EU und den USA außer Kraft gesetzt. Mit Klick auf den Button stimmen Sie dem Setzen von Cookies zu, die personenbezogene Daten an US-Server übermitteln und auch der Analyse des Nutzungsverhaltens und zu Marketingzwecken dienen können. Näheres dazu in den Datenschutzbestimmungen.

 

In der dritten Folge der Reportage-Reihe „Gestorben wird immer“ vom Südwest Media Network begleitet Moderator Chris Fleischhauer mit dem Filmteam der Stuttgarter Zeitung das Team der Bestattungsschmiede Stuttgart. Die Bestattungsschmiede möchte Ihre Arbeit und vor allem die Philosophie dahinter sichtbar machen. Transparent, ungestellt und fernab klassischer Klischees zeigt der Film, was den Arbeitsalltag prägt und warum eine bewusste Abschieds- und Erinnerungskultur so essenziell ist. Für das Team der Bestattungsschmiede bedeutet Bestattung Respekt, Selbstbestimmtheit, Nähe und vor allem Menschlichkeit. „Wenn wir Verstorbene waschen, ankleiden und behutsam versorgen, tun wir das in dem Bewusstsein: Es ist und bleibt ein Mensch“, sagt Raissa Sailer, Betriebsleiterin der Bestattungsschmiede. Zu Beginn des Films spricht sie darüber, wie sie zu diesem Beruf gefunden hat und warum diese Arbeit als zutiefst sinnstiftend erlebt werden kann, insbesondere dann, wenn Angehörigen eine gute Abschiednahme ermöglicht wird. Diese Motivation zieht sich wie ein roter Faden spürbar durch den Arbeitsalltag und alle gezeigten Arbeitsbereiche und Wirkungsfelder.

 

Zwischen Werkstatt und Beratungsgespräch entsteht Raum für Begegnung

 

Der Film begleitet das Team durch die unterschiedlichsten Situationen: In der Werkstatt, wo Mitarbeiter Fabian Zell erklärt, wie ein Sarg ausgestattet wird, bei Vorsorgegesprächen, der Koordination von Terminen und der Organisation von Abschieden und Veranstaltungen. Die Arbeit basiert auf einem starken Teamzusammenhalt. Es wird sich gegenseitig geholfen, um für die Angehörigen eine verlässliche Stütze sein zu können.

In der Gestaltung der Räumlichkeiten spiegelt sich Offenheit und die einladende Haltung der Bestattungsschmiede wider. „Wir möchten zeigen, dass wir Räume für Dialog und Zeit schenken – weit über die Beisetzung hinaus“, heißt es aus dem Team. Oder, wie im Film erwähnt, bereits im Vorhinein. Eine Szene zeigt Mitarbeiterin Michaela Maier bei einem Vorsorgegespräch. Neben einer umfangreichen Beratung über die verschiedenen Bestattungsformen zählt hier vor allem Zeit, wichtige Entscheidungen in Ruhe zu treffen. Damit der Abschied so gestaltet werden kann, wie er sich richtig anfühlt.

Nebenan bereitet Gudrun Frech einen großen, freundlichen Raum vor. Hier findet eine Informationsveranstaltung inklusive Hausführung für eine Ausbildungsgruppe von Palliative-Care-Fachkräften statt, die sich über Abläufe und Prozesse in einem Bestattungsinstitut informieren möchten. Auch Pflegekräfte, Schulklassen oder Konfirmandinnen und Konfirmanden gehören regelmäßig zu den Gästen.

 

 

Mit der Kamera einen sensiblen Moment festhalten

 

Um Einblicke zu geben, die normalerweise verborgen bleiben, hat sich das Team bewusst dafür entschieden, auch die Versorgung einer Verstorbenen Person – einen ganz besonderen Teil des Abschieds – filmisch begleiten zu lassen. Die Versorgung Verstorbener passiert fast immer hinter verschlossenen Türen. Die meisten Menschen wissen nicht, was dort geschieht. Im Film erfährt man, dass die Bestattungsschmiede es den Angehörigen auf Wunsch ermöglicht, selbst beim Waschen und Ankleiden dabei zu sein. Sie wissen aus ihrer Erfahrung: für manche kann es wichtig sein, hinzuschauen und selbst aktiv zu sein, um wirklich begreifen zu können. 

Während sie die Hände eines Verstorbenen mit Feuchtigkeitscreme massiert, beschreibt Mitarbeiterin Claudia Spiegelhalter diesen Moment so: „Man hat das Gefühl, man tut der Person noch einmal etwas Gutes“. Eine behutsame Geste zum Abschluss der Versorgung, bei der die Handgriffe nicht nur von Routine, sondern von Achtsamkeit geleitet sind.

 

 

Humor und Individualität – authentischer Einblick statt Werbefilm

 

Zwischen den einzelnen Aufgaben wird diskutiert, gelacht, Kaffee oder Tee getrunken. Auch Humor findet hier Platz, ohne die Ernsthaftigkeit zu schmälern. In der Bestattungsschmiede wird nicht bloß „abgewickelt“, sondern gemeinsam individuell begleitet. Immer wieder ist Kreativität gefragt, um persönliche Wünsche umzusetzen. Besonders eindrücklich war, als sich ein junger verstorbener Star-Wars-Fan im Darth-Vader-Kostüm bestatten lassen und seine Asche im Weltraum verstreuen lassen wollte. Der Wunsch wurde ihm ermöglicht.

Insgesamt zeichnet der Film das Bild moderner Bestattung, das mit Klischees von „alt, verstaubt oder gruselig“ bricht. Für das Team war es ungewohnt, bei ihrer Arbeit mit der Kamera begleitet zu werden. Niemand ist Medienprofi, nichts wirkt inszeniert. Rund 95 Prozent der Szenen sind echte One-Shots, ungestellt und authentisch. Genau das verleiht dem Film seine besondere Glaubwürdigkeit.

Ein bewegender Moment ereignete sich hinter den Kulissen: Für die Filmcrew war es das erste Mal, eine Versorgung einer verstorbenen Person hautnah mitzuerleben. „Zu sehen, dass das Team am Ende des Tages beseelt und mit einem positiven Gefühl nach Hause ging, hat uns sehr berührt“, sagt Raissa Sailer. Der Moment zeigt, dass die Arbeit der Bestattungsschmiede nicht nur professionell, sondern auch zutiefst menschlich ist und Einblicke wie diese bei Außenstehenden sehr viel Positives auslösen können.

 

 

Video: „Gestorben wird immer“ ©Südwest Media Network GmbH

Abbildungen: Filmstills aus „Gestorben wird immer“ ©Südwest Media Network GmbH

 

 


Datenschutzeinstellungen
Datenschutzeinstellungen

Wir setzen Cookies erst, wenn Sie dem zugestimmt haben. Die Cookies helfen uns, unser Angebot zu optimieren. Vielen Dank!

Ich akzeptiere alle Cookies Nur essenzielle Cookies akzeptieren Individuelle Datenschutzeinstellungen
Datenschutzeinstellungen

Hier finden Sie eine Übersicht und Informationen zu allen verwendeten Cookies. Sie können Ihre Einwilligung zu ganzen Kategorien geben oder nur bestimmte Cookies auswählen. Alle Cookies werden anonymisiert.

Zurück | Nur essenzielle Cookies akzeptieren

Essenzielle Cookies (1)

Essenzielle Cookies ermöglichen die vollumfängliche Nutzung der Website.

Cookie-Informationen anzeigen
Statistik und Marketing (1)

Diese Cookies helfen uns zu verstehen, wie Besucher unsere Website nutzen.

Cookie-Informationen anzeigen
Externe Medien (3)

Inhalte von Video- und Social Media-Plattformen werden standardmäßig blockiert. Wenn Cookies von externen Medien akzeptiert werden, bedarf der Zugriff auf diese Inhalte keiner weiteren Zustimmung mehr.

Cookie-Informationen anzeigen